Heute Brötchen, d.h. Mutschli auf luzerner Schweizerdeutsch, gefrühstückt.
Noch hier ein wenig gebloggt und dann mit dem Rad im Sausewind, die 7 Km mit ca. 40Km/h den Berg immer der Strasse lang hinab. Dauert so ca. 10 Minuten von Haustüre zu Haustüre! Leider waren
viele Autos die ich als Radler immer hasse, unterwegs, an der Kreuzung in Pfäffikon war sogar ein kleiner Stau.
Ich war pünktlich, d.h. knapp vor 9 Uhr da, Susanna hat mich empfangen und in die Geheimnisse des Unternehmens eingeweiht. Z.B. die Spülmaschine macht derjenige an der die Firma als
letzter verlässt, die Klos sollen sauber hinterlassen werden, wenn was nicht sauber ist soll man es melden, die Klotüre darf nur ca. 1-2 cm aufgelassen werden, auf Sauberkeit ist überhaupt zu
achten, wo die Putzlappen liegen, usw...
Es ist alles absolut neu, sowohl das Haus, welches übrigens in Minenergiebauweise errichtet wurde und eine verglaste Front enthält. Das Mobiliar ist neu und alles sehr mondän, recht schöne Poster
hängen an den Wänden, in meinem Büro ein Foto von einem Kakaustrauch und eine Nahaufnahme einer Kakaubohne.
Im 1. Stock ist das Büro, es waren ausser der Sekretärin Susanna noch 4 männliche Kollegen da.
Ich sitze mit einem sehr jungen, kleinen Kollegen der Hard- und Software Support leistet, in einem sehr schönen, ausreichend grossen Zimmer mit grosser Zimmerpflanze. Es rauscht ein kleiner
Bach unten vorbei. Wenn man rausschaut sieht man auf ein verfallenes Gebäude das demnächst abgerissen werden soll und wo ein Park entsteht.
Im 3. Stock haben wir nicht nur ein eigenes Fitnesstudio in zwei kleineren Räumen, einem schönen grossen Badezimmer, sondern auch ein kleines Besprechungszimmer und ein mondänes, riesiges
Wohnzimmer mit Couch und grossem Esstisch, Einbauküche.
Zwei riesige Pflanzen mit gigantischen Blättern für die es einen Servicevertrag gibt.
Ein langer, grosser Balkon mit Pflanzen befindet sich davor.
Wir haben uns beim Metzger ein Essen gekauft. Nur 11 Franken und ausgezeichnet! Ich hatte ein paniertes Schnitzel, Aubergine mit Tomate und Mozarella überbacken und dazu sehr gute
Salzkartoffeln.
Wir haben alle gemeinsam gegessen, wie eine grosse Familie. So ein enges Verhältnis hat natürlich nicht nur Vor- sondern auch Nachteile. Zu trinken gab es Leitungswasser, fand ich sympathisch.
Im 1. Stock ist freistehend im grossen Flur ebenfalls eine Küche, Obst wird von der Firma spendiert, ebenfalls Tee in einer grossen Vielfalt. Ein ca. 42 Zoll grosser Fernseher läuft ständig
und zeigt ein amerikanisches Programm mit Börsennachrichten. Ich denke das dient nur um zu zeigen dass man Geld hat. Am Arbeitsplatz kann man sich schliesslich die Kurse wesentlich besser im
Internet anzeigen lassen.
Merkwürdigerweise haben die Mitarbeiter teilweise leider nur recht kleine, d.h. 19 Zoll Flachbildschirme. Ich habe zum Glück einen nagelneuen Super PC (Core 2 Duo) mit 4GB Ram und neuem,
glänzenden 21(?) Zoll Samsung Bildschirm mit hervorragendem Bild, welcher leider(?) nur analog und nicht digital angeschlossen ist. Als Telefon habe ich ein Cisco IP Phone mit allem Komfort,
Anrufe nach Deutschland sind kein Problem, d.h. kosten nicht mehr als innerschweizer Telefonate, weil sie über das interne Netz geleitet werden.
Ich fühle mich auch im multikulturellen Umfeld viel wohler als in Aschaffenburg. Es ist einfach vielfältiger und anders. Der eine Kollege kommt aus Rumänien, er ist sehr gross, gutaussehend und
so wie die anderen sympathisch.
Ich habe heute Nachmittag in den Fitnessräumen mit meinem jungen Kollegen Roman und Susanna zwei Papiertuchspender montiert. Find ich gut dass man so kleine Dinge selbst erledigt. Das Badezimmer
ist wunderschön, ich möchte oft dort trainieren, wobei ich eher an den Kraftmaschinen als an den Ausdauermaschinen interessiert bin. Ich fahre ja demnächst immer mit dem Rad heim und das reicht
für die Kondition.
Das Haus ist übrigens laut den Kollegen im Winter nicht warm genug und im Sommer zu warm.
Heute bin ich mit dem Zug heimgefahren. 3 Minuten zum Bahnhof, der Zug fährt jede halbe Stunde ohne Umsteigen und braucht nur 15 Minuten. Echt Klasse. Es gab ein Gewitter und ich wollte nicht
völlig durchnässt werden oder gar vom Blitz erschlagen werden.
Auf dem Bahnsteig hat es (=schweizerdeutsch anstelle von 'ist') ein schönes Wartehäuschen. Neu, sauber, viel Glas, bequemer Sitz. Schulkinder waren noch im Zug. Nur der ehemals rumänische
Kollege war heute mit dem Rad da.
Habe mir heute Abend eine Pizza in der Mikrowelle warm gemacht. Es ging so. Der Boden war nicht so richtig heiss, weil der Grill nur von oben kommt. Aber geschmeckt hat es dennoch. Ich glaub ich
kauf mir wieder Tiefkühlpizzen.
Die Kollegen sind alle sehr sympathisch! Ich finde das immer noch erstaunlich. Hätte ich nie für möglich gehalten dass es hier in der Schweiz soviele Unternehmen mit so gutem Umgangston gibt.
Ich bin einfach total happy, wie man hier sieht!
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